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Frankreichurlaub 2011

Diskutiere Frankreichurlaub 2011 im Themen des Alltags Forum im Bereich Alles was uns sonst noch bewegt; Reisebericht Teil 1: Mein Chef war ausnahmsweise mal nett – er hat mich an meinem letzten Arbeitstag bereits mittags entlassen! Alles andere wäre...

  1. Phantomin

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    Reisebericht Teil 1:

    Mein Chef war ausnahmsweise mal nett – er hat mich an meinem letzten Arbeitstag bereits mittags entlassen! Alles andere wäre auch blöd gewesen, denn mein Schreibtisch war bereits um 10:00 Uhr pickobello sauber.

    Somit sind Sohnemann und ich um 12:00 Uhr nach Frankreich losgefahren, um unsere erste Zwischenstation Amiens anzureisen.

    Amiens ist zwar keine besonders schöne Stadt, hat aber definitiv 2 besondere Highlights. Dazu gehört einerseits die im gotischen Baustil errichtete Kathedrale, die die größte Frankreichs ist. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Kathedrale illuminiert und dieses Spektakel wird mit sakraler Musik unterlegt. Das ist auch für Menschen, die mit Kirche nichts „am Hut haben“ - wie man so schön sagt, ein tolles Erlebnis!

    Alleine dafür ist Amiens als Zwischenstation definitv einen Aufenthalt wert!

    Am nächsten Morgen haben Sohnemann und ich eine Bootstour durch dir Hortillonnages, den schwimmenden Gärten von Amiens gemacht. Traumhaft!!!!!! Dieses ehemalige Sumpfgebiet wurde kultiviert und zum Gemüseanbau genutzt. Was wir gesehen haben, war eine Rundreise durch die Schrebergärten von Amiens, gerne hätte ich den traditionell stattfindenden Wassermarkt erlebt, bei dem die Gemüsebauern wie in früheren Zeiten ihre Waren zum Verkauf anbieten. Das findet aber als großes Spektakel nur einmal im Jahr statt.

    Danach sind wir weiter gefahren Richtung Mont Saint Michel, wo wir unser nächstes Nachtquartier hatten, mit Zwischenstation in Honfleur, eine ganz reizende Künstlerstadt an der Küste am Ärmelkanal. Die Stadt ist einfach schnuckelig, aber ziemlich von Touristen überlaufen, was sich die Gastronomen vor Ort natürlich zu Nutze machen. Das sage ich aus leidlicher Erfahrung, denn wir haben hier ausgiebig zu Mittag gespeist. Zwar lecker, aber sehr, sehr teuer.

    Die Anreise nach Honfleur war ein ganz besonderes Erlebnis! Es ging nämlich über die „Pont de Normandie“. Leider habe ich dazu keine eigenen Bilder – hätte ich im Vorfeld gewußt, dass ich am Fuße der Brücke parken kann,ich hätte es getan um Bilder zu schießen. So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen und definitiv, so konnte ich feststellen, dass ich Höhenangst habe. Mit jedem Meter mehr in die Höhe ging mir der Ar..... mehr auf Grundeis! Googelt mal nach Bildern der „Pont de Normandie“ - vielleicht könnt ihr nachempfinden, dass einem Angst und Bange werden kann, wenn man über eine doofe Brücke fährt!

    Wie gesagt, unser Nachtquartier war in der Nähe vom Mont Saint Michel und da wir bereits am frühen Abend dort angekommen sind, haben wir uns auch gleich am Abend aufgemacht, das Kloster zu besuchen. Nicht dass der Eindruck entsteht, ich sei ein permanenter Kirchenbesichtiger – das sollte unser letzter Besuch eines heiligen Ortes, zumindest von innen auf unserer Reise bleiben.

    Dieser Ort hat mich mächtig geflasht – ohne Spaß - und ist für mich nachhaltig das Highlight unserer Reise gewesen. Ich kann nicht beschreiben, was mich so dermaßen beieindruckt hat, aber diese unbeschreibliche Atmosphäre muss man erlebt haben! Der Aufstieg zum Kloster erfolgt über enge Gassen und Treppen zu Fuß – immer steil bergauf. Alleine DAS war für mich schon ein super Erlebnis, denn das habe ich geschafft, ohne zu kollabieren! (vor einem halben Jahr hätte das noch ganz anders ausgesehen). Direkt unterhalb des Klosters konnten wir dann den Sonnenuntergang über dem Wattenmeer miterleben, so etwas Schönes habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen und diese Eindrücke werde ich auch in meinem Leben nie mehr vergessen!

    Selbst die Besichtigung des Klosters war ein Erlebnis! Immer wieder stieß man auf Musiker, mal mit Harfe,mal mit Flöte, alles mutete sehr mystisch an. Aber die Krönung war der Kreuzgang im Kloster. Ich weiß nicht, wieso ich weiß, dass dieser Ort so heißt, aber ich habe es gerade noch mal gegoogelt, stimmt also.

    Eine super Beleuchtung, wahninnige Atmosphäre und ich fühle mich wie bei Harry Potter (da habe ich diesen Ort schon mal gesehen.) Wahnsinn! Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh war, dass wir abends dort hin gefahren sind, denn am Tage käme diese Atmosphäre mit Sicherheit nicht so rüber.
     
    #1 Phantomin, 12.09.2011
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  3. Phantomin

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    Reisebericht Teil 2

    Tag 3:


    Unser Hotel in der Nähe des Mont Saint Michel war eine richtig schnuckelige Puppenstube, sehr sauber, was man bei den französischen Hotels auch mal lobend erwähnen darf und heimelig. Somit habe ich in der Nacht geschlafen, wie ein Stein.

    Unser Frühstück haben wir noch einmal in einem Lokal in der Nähe vom Mont Saint Michel eingenommen, mit Blick auf selbigen und starteten dann gut gestärkt in den 3. Tag Richtung Cancale. Dank Navi führte uns unsere Route nicht über die Hauptstraßen, sondern über Seitenstraßen und Feldwege (hatte wohl „kürzeste Strecke“ eingegeben) aber das war wunderschön, denn das Kloster begleitete uns noch viele Kilometer weiter auf unserem Weg entlang der Küste.

    In Cancale angekommen haben wir direkt den ersten Parkplatz oberhalb der Stadt angefahren und somit einen ausgiebigen Spaziergang in den Ort gemacht.

    Meine Vorstellung von dieser Stadt war völlig anders, als es dann in Wirklichkeit war, zwar schön, aber irgendwie – anders!

    Ich hatte eine Vision von einem riesigen Hafenmarkt mit den berühmten Cancaleser Austern, die bei Austernkennern und -liebhabern hoch geschätzt sind, wohl auch zu den besten der Welt gehören. Auf diesem Markt stellte ich mir Marktschreiber vor, die ihre Ware anpreisen und um die Kundschaft buhlen, aber weit gefehlt! Der vorhandene Markt beschränkt sich auf ca. 8 – 9 Stände, angeordnet in U-Form und es geht völlig ruhig dort zu, denn es kommen nämlich nur die Endverbraucher. Diese haben sich dann eine Portion gekauft und auf der Hafenmauer vertilgt.

    Ich selber habe keine Austern probiert, denn das hatte ich schon vor ca. 20 Jahren hinter mich gebracht – 1x und nie wieder ! Das ist ja mal so gar nicht Meins! Brrrrrrr !!!!! Sohnemann wollte auch nicht probieren, wohl eher, weil er sowieso angesch....... war, weil Cancale für ihn nichts Besonderes zu bieten hatte. Nun gut, dann nicht, dann eben weiter zum nächsten Ziel. Nur, wo war das? * lach *

    Eigentlich sollte es weiter entlang der Küste gehen, mit einigen Sehenswürdigkeiten, die mich persönlich sehr gereizt haben. Aber ich merke nach dem Besuch in Cancale (oderbereits schon während des Besuchs), dass die Schmerzgrenze meines Sohnes in Bezug auf „Kultur“ schon längst überschritten war!Kurioser Weise hatte ich für diesen Küstenabschnitt vor meinerAbreise kein Hotel gefunden, obwohl ich einen kompletten Sonntag damit zugebracht habe, ein solches zu finden. Es sollte wohl so sein, denn somit hatte ich die Möglichkeit umzudisponieren und die Reiseroute neu zu gestalten. Wir sind dann also schon bereits einenTag früher Richtung Bedaurlaub gefahren, nur unser Zimmer war noch nicht verfügbar, so dass wir eine ungeplante Übernachtung in Vannes vorgenommen haben, ein Ort ca. 30 km von unserem Ferienort entfernt.

    So ein schnuckeliger Ort! Unbeschreiblich!!!!!! Sollte in der Altstadt von Vannes mal ein Feuer ausbrechen, dann gäbe es diese Altstadt nicht mehr! Total enge Gassen mit asbach-uraltem Fachwerk, soooooooo unbeschreiblich schön und einem nölenden Sohn im Schlepptau, der beim Blick auf die Kirche sofort fragte, ob wir denn nun schon wieder eine Kirche besichtigen würden! Grrrrrrrrrr!!!!!!!!! Was kann ich denn dazu, dass uns dazufällig eine eine Kirche auf dem Spaziergang durch die Altstadt begegnet ????????? WIR HABEN VON INNEN NOCH NIE EINE KIRCHE BESICHTIGT – was flippt er denn jetzt aus? Das Ende vom Lied – Vannes war eine emotionale Katastrophe, aber als Ort auch wieder wunderschön! Das konnte ich aber erst genießen, nachdem Sohn und ich uns für ein paar Stunden getrennt haben. Er ging shoppen und ich shooten
     
    #2 Phantomin, 12.09.2011
  4. Phantomin

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    Reisebericht Teil 3
    Tag 4: Anreise nach Carnac – Endlich Badeurlaub!


    Früh am Sonntag morgen verlassen wir Vannes. Die Stimmung ist wieder in Ordnung und endlich fängt die Erholung an! Es ist nur ein Katzensprung nach Carnac, allerdings staut sich der Verkehr, weil im Ort am Sonntag ein riesengroßer Markt ist. Aber der erste Eindruck ist schon mal sehr positiv und verstärkt sich noch, als wir an unserem Hotel ankommen.

    Ein schönes Haus, mit Ranken zugewachsen und Mauern so dick wie in einer Festung und nur 5 Doppelzimmer, so lässt es sich wirklich aushalten. Die Hoteleigner sind ein altes Ehepaar und wirklich sehr, sehr nett! Zimmer auch super sauber und großzügig genug, um es 1,5 Wochen dort aushaltenzu können. Unsere Hotelwirtin kocht ihre Marmelade selber und das, was sie servierte, mutete schon sehr abenteuerlich an: es gab Tomaten-Orangen-Marmelade, Gurkenmarmelade und Reneclauden-Marmelade. Letztere war mein Favorit, so was von lecker. Zum Abschied haben wir sogar ein Glas davon geschenkt bekommen!

    Endlich konnten wir unsere Koffer auspacken, denn für jeweils eine Übernachtung in den ersten 3 Tagen haben wir ja nur aus dem Koffer gelebt. Das ganz schnell erledigt und ab zum Strand! Der lag auch nur 5 Minuten entfernt in einer kleinen Bucht mit ganz wenig Menschen, obwohl das Wetter schön und bei denFranzosen ja immer noch Ferienzeit ist. Komisch – aber toll!

    War das herrlich! Das erste mal in diesem Jahr völlig entspannt in der Sonne zu liegen und einfach mal abzuschalten, runter kommen, die tosenden Wellen zu hören, wenn es welche gegeben hätte! Unsere Badebucht war aber leider wie eine Badewanne, zwar mit sehr ausgeprägten Gezeiten, aber leider keine Wellen. Einerseits zwar gut, denn ich fühle mich als allein Reisende nicht in der Lage, in brenzeligen Situationen mein Kind aus dem tosenden Meer zu retten, aber so gar keine Wellen war uns dann doch ein wenig zuuuu ruhig.

    Carnac selber ist ein typischer Touristenort, da gäbe es eigentlich nicht viel zu zu sagen, wenn da nicht die Steine wären. Der Ort ist bekannt für seine Menhire (Steine). Mein Sohn und ich stießen eher zufällig im Vorbeifahren auf so ein Steinfeld und haben uns erst mal schlapp gelacht. In einem riesen Feld eingezäunt standen große Steine in Reih' und Glied und die ganzen Touris rannten wie doof mit Ihren Kameras um diese Einzäunung herum und fotografierten wie doof diese Steine, die – zumindest in dem Feld, an dem wir vorbei kamen, höchstens bis zur Kniekehle hoch waren. Hmmmm, ich hatte durch meine Reiseplanung eine völlig andere Vorstellung, aber somit war das Thema für uns auch durch. Fotos habe ich keine, aber wer mehr darüber wissen möchte:Hier ist ein durchaus interessanter Bericht, der mich seinerzeit sehr neugierig gemacht hat.

    Unseren Traum-Badestrand haben wir an der Cote Sauvage (wilde Küste) gefunden. Laut Reiseführer ist dort das Baden eigentlich verboten und ich bin mir sicher, dass das Wasser an dieser Küste bei entsprechenden Wetter wirklich „wild“ sein kann. Aber wir haben das nicht erlebt und konnten somit dort auch schwimmen – in meinem Fall schieb ich aber ehrlicherweise hinterher: wenn ich gewollt hätte! Mir war das Wasser nämlich viel zu kalt. Da fällt mir ein: die meisten gingen mit Neopren-Anzug ins Wasser. Das habe ich vorher noch nie gesehen und zuerst fand ich es lustig. Hinterher fand ich es schade, dass ich so einen Anzug nicht auch hatte, vielleicht wäre ich dann ja mal ins Wasser gegangen.

    An einem bewölkten Tag haben wir einen Ausflug nach Guerande gemacht, da wollte ich unbedingt hin um mir die Salzfelder anzuschauen und mich mit Fleur de Sel einzudecken. Das hätte ich zwar (günstiger) auch im Supermarkt kaufen können, aber es war ein toller Ausflug und ein sehr schöner Tag.

    Nach 1,5 Wochen ging unser Urlaub in Carnac zu Ende. Das Wetter war bis auf 2 Tage gut, die Stimmung zwischen Sohnemann und mir bis auf einen Tag ebenso und somit traten wir dann unsere Fahrt nach Paris mit einem weinenden und einen lachenden Auge an.
     
    #3 Phantomin, 12.09.2011
  5. Phantomin

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    Reisebericht Teil 4

    Anreise Paris

    Paris, wir kommen!
    Um 10:00 Uhr morgens starten wir in Carnac und das Navi sagt, dass wir um 15:57 Uhr an unserem Hotel ankommen werden, obwohl, stimmt ja nicht, die Adresse hat mein Navi nicht gefunden, aber ich wusste ja genau, wo ich hin wollte, von daher habe ich erstmal das Quartier eingegeben. Egal, das kriegen wir hin.

    Haben die Fahrt genutzt, um uns ein Hörbuch von Tommy Jaud anzuhören, das verkürzte die Fahrtzeitgefühlt enorm und die Fahrt ging auch überraschend gut ohne Störungen über die Bühne, obwohl ich bei der Abfahrt schon angekündigt hatte, dass die genannte Ankunftszeit sich mit SICHERHEIT noch ändern wird. Pläne für den Abend wurden geschmiedet und natürlich war der Eiffelturm das erste Muss.

    Ca. 36 km vor Paris sagte mir mein Navi Stau, was natürlich zu erwarten war. Neue Ankunftszeit 17:48 Uhr, was meinen Sohn zu seinem ersten Tobsuchtsanfall aus heiterem Himmel katapulitierte. Ui, war ich angefressen! Riesen Zirkus im Auto, dann erstmal über längere Zeit totenstille, bis zu dem Moment, in dem mir das Navi sagte, es hätte eine günstigere Route gefunden und die sei sogar eine Stunde kürzer, ob ich die denn nehmen möchte. NEIN! Wollte ich nicht! Stellte mir vor, dass das Navi mich eventuell alternativ um den Triumphbogen leiten wollte und das passte mir so gar nicht in den Kram! Darauf hin nächstes Theater und Wutausbrüche!

    Ich auf 180 flippte im Auto völlig aus und stellte ihn vor die Wahl: entweder mal einfach Dieter Nuhr spielen oder weiter fahren bis nach Hause, die Gelegenheit war da nämlich wirklich günstig. Ich glaub' ich war so laut, dass die Autonachbarn mich noch brüllen gehört haben, trotz geschlossener Fenster! Dann war wieder Ruhe und der Stau zog und zog sich.

    Seid ihr schonmal an einem liegen gebliebenen, qualmenden LKW im Stau vorbei gerollt, bei dem man nicht wußte, ob er jede Sekunde in Flammen aufgeht und soviel Qualm produzierte, dass man nur bis zur Windschutzscheibe gucken kann? GAAAANZ tolles Gefühl, zumal da schon die Autos wie blöd hin und her schossen. Es blieb mir nichts anderes übrig, ich musste dran vorbei im absoluten Blindflug. Das war wirklich nach dem Motto: Augen zu und durch! Anders kann man das nicht beschreiben. Aber blos schnell weg von dieser Stelle mit der Angst in den Knochen, der Wagen fliegt jeden Moment in die Luft. Hätte ja auch nur ausgetretenes Kühlwasser sein können, aber wer weiß das schon, und überhaupt wollte ich das gar nicht wissen.

    Mein Navi leistete Höchstarbeit und korrigierte die Ankunftszeit ohne Unterlass, mal wurde es besser, mal noch schlechter mit der Prognose und ich sah, wie mein Sohn zwar frustriert, aber zumindest ruhig war.

    Wir näherten uns „unserem“ Quartier und jetzt hieß es wirklich aufpassen, denn wir mussten den Autobahnring verlassen. Habe mich dann auch ein paar mal verfahren, trotz Navi. Plötzlich sagte mein Sohn „da ist unser Hotel“! Hääääää? Hier ???????? Nöööö! HIER habe ich nicht gebucht! Ein riesiger Klotz von IBIS, direkt an der Schnellstraße gelegen, nein, das war nicht unser Hotel, aber nun musste ich auch mal mein Navi feintunen, denn die gewünschte Adresse hatte er ja nicht gefunden und ich habe als Zielort nur das Quartier eingegeben. Ich erinnerte mich daran, dass sich das gebuchte Hotel direkt gegenüber vom Palais Omnisports befand, wo ich vor ein paar Jahren schon mal geschäftlich untergebracht war, habe das dann als Ziel eingegeben und schwuppdiwupp standen wir vor dem Hotel, war nur leider kein IBIS, sondern zur Auswahl hatte ich ein All Seasons oder ein Novotel!Hä? Da ist ja wohl mächtig was schief gelaufen. Auto abgestellt, rein ins All Seasons (gehört ja zur gleichen Hotelgruppe) und gefragt, wo denn mein reserviertes Hotel hin verschwunden ist. An der Stelle hat noch nie ein IBIS gestanden und es freute mich im Nachhinein, dass mein alter Arbeitgeber mich netterweise in einem Novotel untergebracht hatte, aber das löste ja jetzt nicht mein Problem. Nein, mein Hotel war das, welches Sohnemann vorher schon gesehen hatte, noch weiter außerhalb, mit entsprechend schlechterer Metroanbindung als einkalkuliert.

    Da wollte ich auf gar keinen Fall hin, aber in der Kürze der Zeit (ich hätte bis 18:00 Uhr mein Zimmer im Ibis stornieren können) war eine Umplanung nicht mehr möglich und ich wollte unbedingt einen bewachten Parkplatz für mein Auto haben.

    Nach Klärung der richtigen Adresse (es war nicht mehr in Paris) fanden wir dann sehr schnell zu unserem Zielort, wo uns dann die nächste Katastrophe erwartete.
    Ibis wirbt zur Zeit mit einem Rabatt von EUR 15,00 pro Nacht wenn man über das Internet bucht, was ja an und für sich toll ist. Ich hatte 2 Nächte zu EUR 81,00 und 2 Nächte zu EUR 55,00 reserviert. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil – EUR 15,00 Differenz sind hier nicht zu finden. An der Hotelwand in der Lobby waren die üblichen Preise ausgewiesen: egal an welchem Wochentag oder Wochenende man dort schläft, der reguläre Preis ist EUR 70,00 die Nacht.
    Die Empfangsdame säuselte mir meine gebuchten Konditionen noch mal vor, was mich nach dem Stress völlig auf den Plan rief. Habe mit ihr ca. 10 min rumdiskutiert, dass ich nicht bereit sei, EUR 81,00 zu bezahlen, wenn der reguläre Preis nur EUR 70,00 ist.
    Ja, aber sie haben das doch so akzeptiert! Jaaaaaaaa, habe ich, aber da kannte ich die regulären Konditionen auch nicht! Blablabla, es ging her wie beim Ping Pong, bis es dann wohl dem Hotelmanager zu bunt (und auch zu laut) wurde und sich dazu gesellte. Das Ende vom Lied, wir bekamen 2 Nächte zum regulären und 2 Nächte zum reduzierten Preis. Tschakka !!!!

    Die Quittung dafür folgte auf dem Fuß, sozusagen die Rache der kleinen Frau: unser Zimmer lag zum Innenhof,das gegenüberliegende Fenster war ca. 7 m entfernt, der Seitenschenkel des Gebäudes ca. 3 m, Zimmer ohne Deko und ich war froh, dass ich bis hierhin schon so schön abgenommen habe. Manch einer dürfte Schwierigkeiten haben, auf meiner Bettseite ins Bett zu steigen, so nah stand mein Bett an der Wand. Sohnemann hatte sich natürlich direkt auf die großzügere Seite geschlagen. Egal, wir hatten es geschafft! Auto war sicher geparkt, wir hatten unser Gepäck ausgeräumt und jetzt hieß es: Paris – wir kommen!
     
    #4 Phantomin, 12.09.2011
  6. Phantomin

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    Reisebericht Teil 5

    Es war vereinbart, dass die erste Station der Eiffelturm sein würde und so fuhren wir mit Bus und Metro durch ganz Paris. Bei dieser Gelegenheit eröffnete mir mein Sohn, dass er sich nun definitiv entschlossen habe, nicht ins Disneyland zu wollen! WIE BITTE???? Ich stand kurz vor dem nächsten Nervenzusammenbruch, habe ich doch unseren Urlaub in Carnac um einenTag verkürzt und das Hotel direkt im Osten von Paris gebucht, damit wir diesen geplanten Disney-Tag voll ausschöpfen können! Na, super! Und jetzt waren wir nur deshalb in diesem Horrorhotel ohne Metroanschluss, dabei wäre das doch gar nicht nötig gewesen. Vor allen Dingen von Mittwoch nachmittag bis Sonntag in Paris mit jemandem, der recht wenig kulturell interessiert ist und ungerne läuft – DAS WIRD SCHWIERIG!

    Aber nun gut, andererseits freute ich mich, dass mir keine Mickeymäuse über den Weg laufen werden, denn ich persönlich wollte da sowieso nicht hin. (ich kannte es ja schon)

    So fuhren wir also zum Eiffelturm und stellten doch ziemlich ernüchtert fest, dass eine Auffahrt an diesem Abend wohl sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Er schlug von sich aus vor, am nächsten Morgen wieder zu kommen, um als allererster in der Schlange zu stehen. Ha! Amüsanter Gedanke bei meinem Sohn, den ich sonst sehr schwer aus dem Bett bekomme, aber darauf habe ich mich eingelassen.

    Die erste Nacht im Hotel war die reinste Katastrophe. Unser Fenster zum Hof war zwar schallisoliert, trotzdem hörte man in der ganzen Nacht irgendwelche Lüftungschächte rattern. Der Schlaf war also nicht so gut wie sonst. Zum Glück war am nächsten Morgen unser festinstallierter Fön im Zimmer kaputt und man bot uns an, zum Fönen in ein gegenüber liegendes Zimmer zu gehen. Zum Glück, denn so konnte ich mit Verhandlungsgeschick erreichen, dass wir das Zimmer wechseln konnten und hatten somit Blick auf den Eiffelturm (und die Schnellstraße und das unter unsliegende Einkaufszentrum und Baukräne und Hochhäuser ohne Ende). Wahrscheinlich waren das die EUR 81,00-Zimmer, aber das war mir ja egal!

    Schnell Zimmer gewechselt, Haare gefönt und ab zum Eiffelturm (wir sind extra um 7:00 Uhr aufgestanden und waren dann um 10:00 Uhr auch auf der 3. Etage, allerdings gefahren und nicht, wie von meinem Sohn gewünscht, zu Fuß!

    Solltet ihr auch irgendwann mal rauf wollen: macht es nicht am frühen Morgen! Der Ausblick ist zwar grandios, aber die Fotos werden nicht so gut, weil die Lichtverhältnisse nicht optimal sind. Wir haben sehr viel Zeit dort oben verbracht, sind mit dem Fahrstuhl wieder auf die 2. Etage und von dort aus zu Fuß abgestiegen. Nur zur Info: eine PET-Flasche Coca Cola kostet im Shop im Eiffelturm EUR 5,00, nur mal so als kurze Zwischenmeldung!

    Der Abstieg zu Fuß ist schon toll! Habe ich noch nie gemacht und diesmal natürlich Dinge gesehen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Es hat sich gelohnt.

    Danach ging es zu Fuß weiter zum Triumphbogen, auch wieder nach oben auf die Besucherplattform, natürlich zu auch Fuß. Champs-Elysees zu Fuß runter und erst mal bei Swatch eingefallen, wo mein Sohn sich eine neue Uhr gekauft hat, über die er mächtig stolz ist.

    Anschließend Beaubourg, das Viertel am Centre Pompidou. In diesem Viertel hatte mein Sohn diverse Schuhläden auf dem Zettel stehen und so ging es von einem Schuhladen in den nächsten. Irgendwann erreichten wir das Centre Pompidou, ein Ort den ich über alles liebe! Naja, in der Vergangenheit ein bißchen mehr, denn es hat sich ja doch sehr viel verändert im Laufe der 25 Jahre, die ich nun hin und wieder Paris besuche. Dort erstmal Rast gemacht und Sohnemann entschied sich, auf den Besuch einer Ausstellung dort zu verzichten. Na, dachte ich mir, für das eingesparte Geld lade ich ihn dann mal zu einem Getränk im „Georges“ auf der Dachterrasse des Centre Pompidous ein. Falls ihr das nicht kennt, ein völlig ultramodernes Restaurant in einem völlig kalten Ambiente (ich liebe es, ist aber natürlich nicht jedermanns Sache) Der Ausblick von dort oben ist gigantisch und lässt über die Preise ein kleines bißchen hinweg gucken.

    Weiter ging es vorbei an Notre Dame nach Saint Michel, und das ungelogen auch zu Fuß, dort zu abend gegessen und anschließend (diesmal mit der Metro) noch zum Louvre, den wir allerdings in der untergehenden Sonne nur von außen besichtigt haben.
    Danach ab ins Hotel und sind tot ins Bett gefallen. Schlafen ging besser, denn diesmal ratterten keine Lüftungsschächte.

    Am nächsten Morgen ging es wieder los mit Schuhe gucken (beim Shoppen waren wir noch nicht), denn schließlich standen ja noch viele weitere Adressen auf Sohnemanns Zettel, Ich ertrug es mit Fassung, denn es blieb mir ja auch nichts anderes übrig.

    Danach sind wir zum Sacre Coeur, die Treppen zu Fuß rauf und das bei gefühlten 45°C. Sehr prickelnd! Ich hatte mir an diesem Morgen in der Metro bereits eine 1,5l-Flasche Mineralwasser reingepfiffen, die extra viel Calcium und Magnesium beinhaltete. Das Wasser schmeckte sehr hm, naja – mineralisch, aber ich glaube, die Mineralien hatten Einfluss auf meine Blase. Am laufenden Band musste ich p...... wie ein Brauereipferd, was bei so einer doofen Stadtbesichtigung nicht unbedingt vorteilhaft ist.

    Wir sind ein bißchen in dem Viertel rumgelaufen, sehr schön ist ja der Place de Tertre, wo sich Maler und Scherenschneider tummeln, die Porträts von den Touris gegen sehr viel Geld anfertigen. Mein Sohn war permant das Objekt ihrer Begierde, weil er so toll aussähe und sich für ein Porträt bestens eignen würde. Naja, wahrscheinlich, weil sie denken, dass die stolze Mama dann das Bild auch kauft. Am Vorabend lud ihn schon ein Karikaturist ein, von ihm gezeichnet zu werden. Wir bräuchten auch nicht zu kaufen, wenn wir nicht wollten! Nun gut, Sohn hat sich malen lassen und wir haben nicht gekauft! Das war ja der Deal, nicht wahr?

    Diesmal wurden wir von einem Japaner? angesprochen, er wollte von meinem Sohn einen Scherenschnitt machen. Nein, vielen Dank! Wir bräuchten auch nicht zu kaufen! Ja, schön, aber trotzdem Nein danke! Doch bitte, mein Sohn sei so toll, er solle sich setzen, er will ihm einen Scherenschnitt schenken. Äh, ja, hm, na gut. Und er Schnitt, was das Zeug hielt! Ein sehr feiner Mann, der auch wirklich sein Bestes gegeben hat. Und was tat der Scherenschneider? Er schenkte uns tatsächlich das Bild, was mich dann aber doch sehr beschämte. Wollte ihm dann das Geld geben und er wollte es nur annehmen, wenn ich mich setze und er mich auch schneiden dürfte. Nun haben wir zwei Scherenschnitte zum halben Preis (ja, ich weiß – Milchmädchenrechnung, wenn man bedenkt,dass wir gar kein Bild haben wollten) und die Erinnerung an diesen feinen Mann!
     
    #5 Phantomin, 12.09.2011
  7. Phantomin

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    Reisebericht Teil 6

    Weiter ging es, wie sollte es anders sein, zu Fuß Richtung Moulin Rouge. Das Wetter war fürchterlich! Mir lief der Schweiß in Strömen runter und eigentlich war das kein Tag für 20 km-lange Fußmärche. Das zeigte mir mein Sohn mit seinem Verhalten auch sehr deutlich. Egal, was nicht nach seiner Nase lief wurde kritisiert, an allem rumgenölt, er kann nicht mehr usw. Dazu kamen permanente Provokationen, über die ich anfänglich noch hinweg gesehen habe und ein ziemlich rotziger Ton. Ich hatte irgenwann mal den Kaffee so richtig auf.

    Ich bin mir darüber im Klaren, dass so eine Großstadt mit ihren unzählbaren Eindrücken durchaus Stress verursacht, aber dass man sich und anderen noch selber welchen macht, dafür fehlte mir das Verständnis und es knallte mal wieder gehörig. Habe meinen Unmut kund getan und reklamiert, dass es bitteschön nicht nur nach seiner Nase gehen könnte und dass auch ich Sachen machen möchte, wo er dann auch mitziehen muss, so wie zB ich bei seinen unzähligen Besuchen aller möglichen Schuhgeschäfte.

    Habe die beleidigte Leberwurst dann in die Galeries Lafayette entführt, das beste, teuerste und schönste Kaufhaus am Platze. Blöde Idee von mir! War natürlich alles doof! Da wir zu der Zeit kaum miteinander sprachen, haben wir uns eine Weile getrennt. Ich dachte, er würde sich in dieser Zeit wieder einkriegen. Dem war aber leider nicht so, im Gegenteil, es krachte wieder und so ging es dann auch weiter.

    Er schlug vor nach „La Defense“ zu fahren, ein Ort, der auf meinem Zettel stand. War wohl ein Versuch, mir zu zeigen, dass er auch auf meine Wünsche eingeht. Ich liebe dieses Viertel. Außer Hochhäuser gibt es dort eigentlich nichts zusehen, aber die Atmosphäre dort finde ich schon mächtig genial. Habe ihn noch gewarnt, dass da nur Hochhäuser seien, aber er wollte unbedingt da hin. Ihr ahnt es sicherlich, nicht wahr? Rums! Nächstes Theater! Wieso, weshalb, warum – ich krieg es nicht mehr zusammen.

    Ich fasse mich ein bißchen kürzer, haben uns zusammen gesetzt und über die unbefriedigende Situation gequatscht, und uns vertragen. Durch die Hochhausschluchten spazierten wir weiter bis zur übernächsten Metrostation und hatten sehr viel Spaß an den zahlreichen PostIt-Bildern, die wir in unzähligen Bürofenstern angeklebt sahen. (wurde im Laufe der letzten Woche auch in den RTL-Nachrichten drüber berichtet)
    awww.abnehmen_aktuell.de_attachments_diaet_tagebuecher_5799d132678e977955a2ab8074b48b9d37fa58f.jpg
    Mehr darüber findet ihr unter Google unter "Post It War", für diejenigen, die es interessiert.

    Metro fuhr nicht, und so hatten wir das Vergnügen mit dem Bus eine halbe Runde um den Triumphbogen zu drehen. Mein Horror wurde Wirklichkeit! Es ist mir unbegreiflich, wie man das unfallfrei überleben kann. Ich glaube, die fahren da alle nach dem Motto „Augen zu und durch“ und werden dabei nur von ihrem persönlichen Schutzengel geleitet. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Meinem Sohn war es mehr als peinlich, als ich einmal laut die Luft anhielt, als uns ein PKW beinahe in den Bus gerauscht ist, aber damit kann ich leben. Sollte ich jemals in meinem Leben mit dem Auto in diesem Kreisverkehr landen, ich bin mir sicher, dass ich mein Auto innen abstellen würde und zu Fuß weiter ginge.

    .....
     
    #6 Phantomin, 12.09.2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.09.2011
  8. Phantomin

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    Reisebericht Teil 7

    Mit Lebensmittel bewaffnet ging es zum Champs de Mars am Fuße des Eiffelturms zum Picknick. Das war eine Weile auch sehr schön, bis sich der Teufel in meinem Sohn wieder regte. Das Ende vom Lied könnt ihr euch denken. Diesmal spielten meine Nerven aber nicht mehr mit und die ganze Anspannung löste sich in Form von Heulattacken und dem Gefühl, einen völligen Nervenkoller zu haben. Wir verließen unseren Picknickplatz und mein Sohn ging im Stechschritt Richtung Metro. Auf meine Frage, was er jetzt vorhabe, teilte er mit, dass er sich jetzt alleine Richtung Hotel machen würde. Diesen Zahn musste ich ihm ziehen und er nahm es hin, dass ich mich erstmal auf eine Bank setzen musste, um diesen Horrortag zu verarbeiten.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr Mütter unter uns jetzt die Frage stellt, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe, weil man so etwas nicht sagt, aber nach einer Ewigkeit kam ich zu der Erkenntnis, dass er an diesem Abend für immer seine Koffer hätte packen können, wenn er „nur“ mein Partner gewesen wäre. Aber zum Glück ist es ja mein Kind und er ist immer noch bei mir.

    Das war Freitag abend und es stand für mich die große Frage im Raum: „Wie geht es jetzt weiter“? Eigentlich hätte ich die Reise am nächsten Tag abrechen müssen, aber das wäre ein unschöner Ausgang unserer Reise gewesen und so haben wir dann die Alternative ausgewählt und uns ausgesprochen, bis wir uns dann schlussendlich beide heulend in den Armen lagen. Dann war zum Glück auch Schluss mit dem Theater und der Rest unseres Paris-Aufenthaltes ging sehr friedlich über die Bühne.

    An unserem letzten Morgen haben wir uns vor Verlassen des Hotels versprochen, dass wir uns beide bemühen, unseren letzten Tag friedlich und ohne Streit zu bestreiten. Ich nehme es vorweg – es hat auch gut geklappt!

    Heute war nun endlich Schuhe kaufen angesagt! Na endlich! Er wusste aber nun ganz genau, in welchesGeschäft er musste und hat sich dort die Schuhe seiner Träume gekauft. (pssssst: EUR 95,00 !!!!)

    Es war so unbeschreiblich heiß und schwül und so zogen wir es vor, in einen Park zu fahren und den letzten Tag ganz in Ruhe zu gestalten. Weit ab vom Touri-trubel haben wir dann auch endlich mal einen „Tabac“ gefunden (Zigarettenladen, wo man auch was trinken kann) in dem die Preise sooo moderat waren, dass man sich auch noch ein zweites Getränk leisten konnte. Es wurde immer schwüler und der Himmel immer dunkler, dass es absehbar war, dass unser geplantes, letztes Picknick am Eiffelturm unter Umständen ins Wasser fallen würde. Haben aber trotzdem schon alle Zutaten dafür eingekauft und mit Baguette unterm Arm bewaffnet spazierten wir ein letztes Mal die Champs-Elysees hoch.

    Habe mir den Luxus gönnen müssen, für EUR 2,00 eine wahrliche Luxus-Toilette auf den Champs-Elysees besuchen zu dürfen, während der Himmel immer dunkler wurde. Am Triumphbogen wollten wir die Metro nehmen, aber der Blick zum Himmel verhieß nichts Gutes! Deshalb sind wir noch ein Weilchen dort geblieben und haben den Tänzern, die sich mit ihren Darbietungen Geld verdienen, zugeschaut. „Wann fahren wir denn endlich?“ „Gleich!“ „Können wir jetzt fahren?“ „Nein, wir warten noch.“ „Wie lange denn?“ „Noch ein bißchen!“ „Ich glaube, es regnet.“ „Na, DANN ABER LOS!“ Wir waren noch nicht ganz die Treppe zur Metro runter, da schüttete es aus Eimern! So einen Platzregen habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt und ich glaube, die Menschen, die uns pitsch-patsch-nass beim Aussteigen begegneten, auch nicht. Da haben unzählige Menschen unfreiwillig am „Miss Wet-T-Shirt-Kontest“ teilgenommen und für manch eine habe ich mir wirklich gewünscht, sie wäre besser davon verschont geblieben. Ich verwette meinen …. darauf, dass in diesem Moment die Champs-Elysees menschenleer waren! Ich hätte es so gerne gesehen, aber duschen wollte ich nicht auf offener Straße.

    Sind Richtung Eiffelturm gefahren, kamen aber aus der Metro-Station nicht raus, weil es immer noch schüttete und leider immer mehr Menschen in die Unterführung herein strömten. Himmel, war ich froh, dass ich soviel Zeit mit Warten auf den Champs-Elysees verbracht hatte, wir wären sonst auch völlig durchnässt worden. Aber der Himmel wurde wieder heller und als es aufhörte zu regnen, haben wir zum Abschluss unserer Reise tatsächlich unser Picknick UNTER dem Eiffelturm auf einer Bank eingenommen.

    So, das war nun wirklich das Ende unserer Reise und demnach auch meines Berichtes. Das Herunterschreiben während der vergangenen Woche hat mir sehr gut getan, denn somit habe ich wirklich noch eine Woche länger Urlaub gehabt. (koala, du erwähntest mal sowas in Bezug auf fehlende Rückbesinnung, die ich mir nun wirklich "erschrieben" habe.

    Wundert euch nicht, wenn ihr irgendwann mal in der Rubrik "Quatsch doch mal" den ganzen Reisebericht am Stück wieder finden werdet. Der ist dann für mich, wenn ich mich mal wieder nach Frankreich beamen möchte und keine Lust habe, die einzelnen Seiten in meinem TB wieder zu suchen.

    Ich danke euch herzlich für eure positiven Rückmeldungen, und freue mich, dass sich manch eine von euch an vergangene Zeiten zurück erinnert, oder ich Reiselust bei anderen geweckt habe.

    Mein eigentliches Ziel habe ich auch erreicht! Mein Sohn brennt nun auf den Französich-Unterricht und hat den dringenden Wunsch, seine Noten in diesem Fach zu verbessern! Tschakka! Genau DAS war überhaupt meine Intention, mit ihm nach Frankreich zu fahren.

    Und wenn alles gut geht, hält er sein Wort und er lädt mich später, wenn er es sich leisten kann, wirklich zu Fouquet's auf den Champs-Elysees zum Essen ein! Zumindest hat er es mir versprochen.

    Und jetzt werde ich so sinnig und hab' mal wieder die Tränen in den Augen stehen, dass ich schleunigst diesen Beitrag beenden muss!

    LG Phantomin

    Es war ein toller Urlaub, von dem ich wirklich noch lange zehren werde
     
    #7 Phantomin, 12.09.2011
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  9. Bernd

    Bernd Super Mod
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    Super Bericht !

    Vielen Dank dafür !

    Viele Grüße
    Bernd
     
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  11. koala5

    koala5 Mitglied

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    Toll, dass man hier nochmal nachlesen kann ohne die einzelnen Seiten in deinem TB suchen zu müssen.
    Ich bin sicher, der eine oder andere Reisetipp wird von mir abgekupfert.
    Dann weiß ich, wo ich suchen muss...

    Merci
    Koala
     
  12. regime

    regime Mitglied

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    Genial! Klingt nach Superurlaub ;-)
    Amiens, Carnac, Honfleur und Paris kenne ich auch - allerdings ohne Kind :-)
     
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